Oh Schimmi

 

 

von Teresa Präauer

Uraufführung


Regie Anna Marboe

Premiere: September 2018

 






schoeller 2welten,
Mariahilfstraße 29
6900 Bregenz

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Oh, oh, oh,! Wie kann einer sich bloß derart zum Affen machen und so blöd anstellen beim Zappen durchs Fernsehprogramm und auf seinen Wegen durch die Bars und Nagelstudios der Großstadt? Ständig auf der Suche nach der nächsten Liebe, meistens unterbrochen vom Handyläuten der eigenen Mutter. Als kindisches Muttersöhnchen, als zurückgebliebener Möchtegern und als armes Würstchen präsentiert die Autorin ihre Hauptperson. Der großmäulige Halbwüchsige, der alleine mit seiner Mutter in einer unbenannten Großstadt in den USA lebt, zudem noch in einer Wolkenkratzer-Wohnsiedlung umgeben von lauter Autobahntrassen.

Im Blaufuchsmantel und in Stilettos stöckelt die Mutter abends davon, wer weiß wohin?, und überlässt Schimmi seiner wilden Fantasie, allerlei Naschereien und dem Pay-TV-Sexkanal. Zwischen übergroßer Fürsorge, Vernachlässigung und Verführung pendelt ihre Zuwendung. Schimmi kommt nicht raus aus der Nummer, will es vielleicht auch gar nicht, kann es nicht, da er Unabhängigkeit nie gelernt hat. Bleibt ihm einzig Zindi aus dem Pay-TV, die mexikanische Haushälterin Guadelupe und das heimliche Beobachten der angebeteten Ninni in der Wohnung gegenüber. Doch auch der filmreife Auftritt im Affenkostüm überzeugt Ninni nicht –  im Gegenteil.

Theresa Präauer hat ein sexuell aufgeladenes, extrem komisches und brutal hartes Buch geschrieben, das unbedingt laut gelesen werden sollte, weil hier Sprache performt und zeigt, dass Anbaggern oder Aufreißen noch immer eine sportliche Disziplin ist, die aus kopulierenden Wörtern gemacht ist. Ein Liebesreigen, eine Taugenichts-Geschichte, gemacht aus den Elementen, Bildern und Codes des 21. Jahrhunderts.