Die Sehnsüchtigen, die Desillusionierten, die Auserwählten scharen sich zusammen. Sie wollen nur eines – weg, weg, weg! Weg aus der Normalität, weg aus der Unfreiheit, weg aus der Gesellschaft. Die durchgeknallte Hippiekommune folgt ihrem Führer und gründet ihre eigene Family - Freiheit, Drogen, Musik, Selbstverwirklichung, Sex und Liebe ist das Programm.

Sie sind nicht mehr verloren, McMansion ist ihr Messias, ihr Anführer, ihr Erlöser. Seine Befehle werden lustvoll vollstreckt. Der Messias wird sie vor der nahenden Apokalypse beschützen, die Family wird überleben, wird weiterbestehen - während alles andere untergeht… Helter Skelter, Armaggedon, Fin, The End!

Philipp Preuss installiert seine „Family“ als ein gespiegeltes Modell unserer derzeitigen Gesellschaft. Ob nun Charles Manson 1969 in Los Angeles oder Bush/Obama 2011 in Afghanistan - die Heilsversprechen münden in Gewalt. Was bringt uns dazu für unsere Freiheit zu morden? Warum werden ständig Außenfeinde konstruiert, um uns zusammenzuhalten, welcher Kitt ist Religion?

Der Autor schickt seine Figuren auf den Trip durch ein Maßstabsmodell unserer neoliberalen Staatsfamilien. In seiner Performance wird der Beatlessong „Helter Skelter“ zur Handlungsanweisung, Mord zum Katalysator der Geschichte. Die Sehnsuchtmaschine der „Family“ generiert ein kapitales Triebwerk der Gewalt.
McMansion: Du glaubst nicht mehr an dich, als wärst du Gott
McFamily von Philipp Preuss entstand mit Unterstützung des österreichischen Dramatikerstipendiums des bm:ukk
|