"www.kulturzeitschrift.at vom 25.04.2010"
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Schießen und Lieben - Bis gar nichts mehr geht von Dagmar Ullmann-Bautz Das Theater Kosmos zeigt als Uraufführung Monika Helfers tiefgreifende Geschichte "Kreuzers Kinder". Drei erlesene Schauspieler und ein Regisseur, der mutig an Grenzen
geht, haben den großartigen Text „Kreuzers Kinder“
von Monika Helfer letzen Freitag in einer beachtlichen Uraufführung
im Theater Kosmos einem neugierigen und interessierten Publikum präsentiert.
Wieder einmal wurde der Zuschauer entführt, entführt in eine
andere Welt, in eine Welt voller Gewalt, Grauen und Lüge, die aber
gleichzeitig immer wieder ihr enormes Potential an Liebe empfiehlt. Ein Meer von Blut Drei von vier Kindern der Familie Kreuzer, inzwischen erwachsen, leben
noch. Nicht besonders gut, aber sie leben, während das vierte Kind
Xaver schon vor Jahren ertrunken ist. Die Eltern sind schon lange tot.
Sie lagen eines Tages erschossen im Bett in einem Meer von Blut. Die
Kinder haben sie gefunden. Welches ist nicht klar und was passiert ist,
erst recht nicht. Emma, Josef und Rösle erzählen nun als Erwachsene
die Geschichte und jeder hat seine eigene, ganz andere Version. Grenzgängerischer Kitsch Regisseur Hubert Dragaschnig hat den Zugang zu Helfers Text gefunden, er hat den reinen Erzählstil der Autorin mit einer starken und sensiblen, aktiv szenischen Form angereichert. Er lässt den drei Protagonisten viel Raum, den die Schauspieler auch grandios zu nutzen wissen. Dragaschnig nimmt die Angebote des Textes und spielt gewandt damit, undogmatisch bis zum grenzgängerischen Kitsch, ohne je abzustürzen. Grandiose Schauspieler und etwas zu viel Bühne Isabel Mergl als Emma imponiert durch ihr klares Spiel. Unprätentiös
zeichnet sie eine Frau, die mehrere Gesichter hat, die so stark ist,
sein muss und auch so zart. Wenn sie ganz zum Schluss einen Tanzpartner
sucht, offenbart sie anrührend ihr Innerstes. Das Rösle, gespielt
von Sonia Diaz, entzückt von Anfang an. Mit welcher Leichtigkeit
Diaz die Wandlungen zwischen Kind und erwachsener Frau meistert, fasziniert.
Ihr emotionales Potenzial verleiht dem Rösle ihren unvergleichlichen
Charme. Als dritter im Bunde spielt Florian Staffelmayr höchst
eindrucksvoll den Bruder Josef, zwischen den beiden Schwestern. Der
grauenhafte Verlust der Eltern, das anstrengende Verantwortungsgefühl
für das Rösle und der absolute Wille positiv und witzig zu
sein, vereint Florian Staffelmayr in einer hervorragenden psychologischen
Studie. |