
Premiere: 12. März 2010
Weitere Vorstellungen 14., 18., 19.,
20., 21., 24., 25., 26., 27. März 2010
jeweils 20 Uhr
Regie: Augustin Jagg
Ausstattung: Peter Büchele
Licht: Markus Holdermann
Musik: Andreas
Schreiber
mit:
Alexandra Tichy
schoeller 2welten, shed8, Mariahilfstraße
29
6900 Bregenz

|
| Eine Frau auf der Fahrt nach Hause. Sechs Stunden sind
seit der Beerdigung ihrer besten Freundin Elisabeth, genannt Lilli,
vergangen. Sie erinnert sich. Daran, wie Lilli es mit den Männern
gehalten hat, wie mit den Bindungen, die man lebenslang eingeht, der
Familie, den Kindern, wie mit den vielen kleinen und auch größeren
Lügen, dem Abtauchen in Affären und wie mit der tödlichen
Krankheit. Und daran, wie die Ketten um Lilli immer enger geworden
sind. |
| |
 |
| |
| “Sie war so damit beschäftigt, das Sterben
ernst zu nehmen, dass sie den Tod übersehen hat.” |
| |
Sie erinnert sich an die Freund-schaft
mit Lilli, die "eine lange und freundliche Liebesgeschichte
gewesen war." Sie war der Freundin Privatsekretärin, Stellvertreterreisende,
Privat-detektivin, Zofe, Stilberaterin, Sterbebegleiterin gewesen.
Sie
war ihr die einzige. |
|
|
| |
"Und jetzt bin ich das. Jetzt
bin ich die einzige." |
| |
Die verstorbene Elisabeth hat nichts von einem durch
die Umstände gebeutelten Opfertierchen. Sie ist eine erfolgreiche
Geschäftsfrau, die Mann, Kinder und eine eigene Firma managt
und sich, nachdem der Mann nach den Geburten "nichts mehr von
ihr will", mit geheimen Geliebten trifft. Die beste Freundin
verwaltet die immer wechselnden Lover und macht durch vorgeschobene
Kulturausflüge Schäferstündchen möglich. Doch
in letzter Konsequenz wird Lilli, vom austrofaschistischen Vater als
Nicht-Sohn "geliebt, aber verachtet", doch noch von den
Umständen erlegt. "Lilli hatte das Sterben gelernt wie
eine Fremdsprache. Sie hat das gemacht wie alles andere auch. Begabt
und mit Einsatz. Wir sind ja alle Musterschülerinnen geworden.
Wir erfolgreichen Frauen.“ |
| |
 |
| |
| Marlene Streeruwitz beleuchtet in dieser hochkonzentrierten,
bezwingenden Suada ein Stück Leben, wie es viele gibt, nur: „So
dicht, so rasant, so spannend wie Marlene Streeruwitz erzählt
sonst keine.“ Süddeutsche Zeitung |
|