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Volker Schmidts „Die Mountainbiker“
feierte Premiere im Theater KOSMOS
von Dagmar Ullmann-Bautz
Eine Talfahrt wird es - abschüssig und gefährlich.
Am Ende: Zerstörung und ein wenig Hoffnung.
In seinem prämierten Stück „Die Mountainbiker“ paraphrasiert
der Autor Volker Schmidt ein Soziogramm unserer Wohlstandsgesellschaft
– überzeichnet, überhöht, zugespitzt.
Während das Publikum Platz nimmt, hat die Höllenfahrt der Protagonisten
längst schon begonnen.
In einer sich zusehends schneller drehenden Spirale, in Zweier- und somit
Kampfszenen, rasen die Protagonisten, selbst in die Pedale tretend, ihrem
Schicksal entgegen.
Manfred (Marko Pustisek) versteht die Welt nicht mehr, als sich Frau und
Geliebte abwenden, und er zerbricht an seinem eigenen Lügengebilde,
während Anna (Daniela Gaets), seine Frau, gefühllos auszuckt
und sich in bester Mrs. Robinson-Manier auf den 15-jährigen intelligenten,
schüchternen und auch etwas verrückten Thomas (Eric Klotzsch)
stürzt. Thomas Mutter Franziska (Jutta Fastian) sucht nichts anderes
als das kleine Glück, das sie sich mit Manfreds Freund Albert (Arthur
Werner) vielleicht endlich erhoffen darf. Lina (Anja Pölzl), Manfred
und Annas Tochter, sieht der ganzen häuslichen Misere distanziert
zu bis zu den Momenten, in denen sie von ihrer Mutter aufs äußerste
provoziert wird.
Komik sorgt für donnernden Applaus
Der Text enthält viel Komik und wird von Regisseur
Augustin Jagg auch genau an diesen Stellen unterstrichen. Damit wird der
gewünschte Effekt erzielt: Das Premierenpublikum ist begeistert,
spendet donnernden Applaus.
Das herrlich kulinarische Bühnenbild von Vazul Matusz, das einen
üppig wuchernden Garten mit einem multifunktionalen leeren Raum verbindet,
wird von Stefan Pfeistlinger effektvoll ausgeleuchtet. Herwig Hammerls
Musik überbrückt einschmeichelnd charmant, dann wieder provokant
aufpeitschend die kleinen Pausen, nimmt den Zuschauer bei der Hand und
führt von einer Seelenverfassung in die nächste.
Wer sich angewöhnt hat, eine Aufführung vorwiegend nach Reiz-
und Schauwerten zu beurteilen, wird nicht enttäuscht. In „Die
Mountainbiker“ amüsiert sich der Zuschauer einfach köstlich,
weil es jede Menge aus dem eigenen und dem Leben seiner Mitmenschen wiederzuerkennen
gibt.
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