Premiere: "Der geometrische
Himmel" im Theater KOSMOS
VON INGRID BERTEL
Wer als Erwachsener ins Haus seiner Kindheit zurückkehrt,
muss mit Erinnerungen rechnen. Für Ina und ihren Bruder sind
diese Erinnerungen vor allem traurig. Wie daraus dennoch ein Weihnachtswunder
entsteht, erzählt Gabriele Bösch in ihrem Drama „Der
geometrische Himmel“, das gestern im Theater Kosmos uraufgeführt
wurde. (O-Ton)
In seiner Kindheit hatte er nicht, woran er sich festhalten konnte
– nichts als die Geometrie. Jetzt, nach dem Tod des Vaters,
kehrt er ins Elternhaus zurück und bespricht mit Schwester
Ina, die vielen bitteren Stunden mit den ewig streitenden Eltern.
Ein Drama der Erinnerung, aber auch ein Weihnachtsmärchen ist
„Der geometrische Himmel“. Und er thematisiert vermutlich
erstmals das Ankommen türkischer Migranten in Vorarlberg.
(O-Ton)
Das Bühnenbild von Peter Büchele – eine Andeutung
der Wohnung, weiße Möbel, ein Himmel voller geometrischer
Figuren wölbt sich darüber – ist ebenso zurückhaltend
und ebenso pointiert wie das wunderbare kühle Licht von Markus
Holdermann. Eine verhalten theatrale Erzählung entsteht. Hubert
Dragaschnig und Ulrike Walther entwickeln dabei eine atemberaubende
Konzentration, die den Zuschauer in den Sog der Erinnerungen, in
den Wirbel sinnlicher Bilder zieht. Selten stünden in einem
Drama Geschwister auf der Bühne, meint Regisseur Augustin Jagg,
der diese Herausforderung offensichtlich genießt. Ein glückliches
Weihnachtsfest, ein wunderbares Zuckerfest – für die
Geschwister bleibt es die schönste Erinnerung an ihre Kindheit,
dem Zuschauer öffnet sich mehr als ein Fenster in die Gegenwart
unseres Landes und seiner Menschen. (O-Ton)
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