"ORF Radio Vorarlberg 28.11.2008"


 

Premiere: "Der geometrische Himmel" im Theater KOSMOS

VON INGRID BERTEL

Wer als Erwachsener ins Haus seiner Kindheit zurückkehrt, muss mit Erinnerungen rechnen. Für Ina und ihren Bruder sind diese Erinnerungen vor allem traurig. Wie daraus dennoch ein Weihnachtswunder entsteht, erzählt Gabriele Bösch in ihrem Drama „Der geometrische Himmel“, das gestern im Theater Kosmos uraufgeführt wurde. (O-Ton)

In seiner Kindheit hatte er nicht, woran er sich festhalten konnte – nichts als die Geometrie. Jetzt, nach dem Tod des Vaters, kehrt er ins Elternhaus zurück und bespricht mit Schwester Ina, die vielen bitteren Stunden mit den ewig streitenden Eltern. Ein Drama der Erinnerung, aber auch ein Weihnachtsmärchen ist „Der geometrische Himmel“. Und er thematisiert vermutlich erstmals das Ankommen türkischer Migranten in Vorarlberg.
(O-Ton)

Das Bühnenbild von Peter Büchele – eine Andeutung der Wohnung, weiße Möbel, ein Himmel voller geometrischer Figuren wölbt sich darüber – ist ebenso zurückhaltend und ebenso pointiert wie das wunderbare kühle Licht von Markus Holdermann. Eine verhalten theatrale Erzählung entsteht. Hubert Dragaschnig und Ulrike Walther entwickeln dabei eine atemberaubende Konzentration, die den Zuschauer in den Sog der Erinnerungen, in den Wirbel sinnlicher Bilder zieht. Selten stünden in einem Drama Geschwister auf der Bühne, meint Regisseur Augustin Jagg, der diese Herausforderung offensichtlich genießt. Ein glückliches Weihnachtsfest, ein wunderbares Zuckerfest – für die Geschwister bleibt es die schönste Erinnerung an ihre Kindheit, dem Zuschauer öffnet sich mehr als ein Fenster in die Gegenwart unseres Landes und seiner Menschen. (O-Ton)