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Musizieren im Rahmen des Generationenvertrags

"Herbst und Winter" im Bregenzer Theater Kosmos: Das Team holt das Beste aus der etwas verfahrenen Vorlage heraus

 

Das Stück Herbst und Winter ist der Monolog eines verbitterten Greises, der in seiner Jugend nicht Musiker werden durfte und daher sich, seine Frau und überhaupt alles hasst. Nur seinen Enkel liebt er, für ihn lebt er, denn der hätte ebenfalls das Zeug zum Musiker. Als der Junge die Künstlerkarriere hinschmeißt, bringt sich der Alte um. Autor Max Lang, selbst noch keine 20 (!), wälzt dabei die immer wieder selbe und einfach gestrickte Problematik im Stile Thomas-Bernhardscher Altherrenmonologe. Wobei aber leider ausgerechnet der Großvater farblos bleibt.

Mit vereinten Profikräften hat das Kosmos-Team unter der Leitung von Augustin Jagg das Beste aus der etwas verfahrenen Vorlage herausgeholt. Dank des Spiels von Dirk Bender erhält die Figur dieses alten Esels dennoch ihren eigenen Charakter. Wortkarg wuselt Heide Capovilla als geduckte und griesgrämige Oma im Hintergrund. Auch der 18-jährige Payam Taghadossi spricht in seiner Rolle des Jungen nur wenig, er musiziert aber umso mehr, ein unglaublich begabter Cellist! Von ihm möchte man mehr hören.
(mh/ DER STANDARD, Printausgabe, 21.11.2006)