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"Fasten Seat. Belts": Ein Geliebter als Mitbringsel


Eine erfolgreiche Premiere erlebte Jaan Tättes "Fasten Seat Belts" am Mittwochabend in der österreichischen Erstauführung des Theater Kosmos.

VON BRIGITTE KOMPATSCHER

Eine wellenförmige Umgebung mit viel Plüsch und Polstern, in helle Farben getaucht (Ausstatter Vazul Matusz), bildet den Rahmen: Freds Frau Anett kommt von einer Dienstreise zurück und ist verliebt - allerdings nicht in ihren Mann. Und während Anett (Doina Weber) ihrem langjährigen Ehemann (Hubert Dragaschnig) , mit dem sie zwei Söhne hat, noch mit überschäumender Begeisterung von ihrer Erfahrung erzählt - "das ist doch unser beider Glück, was mir da passiert ist" - steht ihr dieser mit einiger Fassungslosigkeit gegenüber. Aber damit nicht genug: Anetts Objekt der Begierde steht auch noch vor der Tür, der Einfachheit halber hat sie Manfred (Marko Pustisek)- Typ Anzug, Sonnenbrille und Gel im Haar - gleich mitgebracht, mit dem Hintergedanken, dass "wir alle zusammen leben".

Regisseur Augustin Jagg inszeniert Jaan Tättes unkonventionelle Beziehungskomödie "Fasten Seat Belts" mit Schwung und genauer Personenführung.
Traditionelle Vorstellungen von Beziehungen werden da ganz schön durcheinandergewirbelt und mit liebevoll-ironischem Humor aufs Korn genommen - überspitzt, aber ohne allzuviele Schärfen und Kanten.

Unbekümmert und mit Witz strukturiert Anett ihr zukünftiges Lehen neu: "Ich habe zwei Männer. Kannst du dir das vorstellen, was das für ein Glück ist? Zwei Männer. Ein Traum!". Doina Weber ist eine hinreißende Verkörperung dieser Figur - konsequent und temperamentvoll fegt sie mit Schwung über die Bühne und entpuppt sich als kongeniale (Dialog-)Partnerin von Hubert Dragaschnig, dessen Pragmatismus und "Bodenständigkeit" oder auch sein Verharren in den Strukturen einen witzigen Kontrast ergeben. Pustisek hingegen überzeugt als immer schräger, skurriler und überirdischer werdender Mann.

Ein komischer Moment reiht sich in "Fasten Seat Belts" nahezu nahtlos an den nächsten, wobei auch einige billige Späße einen Platz haben. Eine andere,' neue Spannung in Spiel bringende Ebene kommt dann in dem Moment hinzu, in dem auch die anhaltende Komik langsam ihre Strahlkraft zu verlieren beginnt.

Anetts Gespräch mit ihrer Nachbarin Anna (Kristina von Holt), die Fred seit Jahren anhimmelt, zeigt eine neue Facette auf: Frust bei Anett wird da hörbar aufgrund der jahrelangen Belagerung durch Anna. Als Fred dann auch noch gesteht, dass er Anett ziemlich oft betrogen hat und Manfred allen, inklusive Anett, beweisen will, „dass Sex überflüssig ist“, wird die Situation langsam prekär. Die Ereignisse überschlagen sich – „Fasten Seat Belts“ - , das Happy End naht.

Es wurde viel gelacht bei dieser Premiere, die anschließend auch mit dementsprechend viel die Applaus belohnt wurde.