"  A  P  A      v  o  m      2  5  .  1  1  .  2  0  0  5   "

"NippleJesus" im Theater Kosmos

Die österreichische Erstaufführung von Nick Hornbys "NippleJesus" ist die letzte Produktion des Bregenzer Theater "Kosmos" in diesem Jahr. Regisseur Dragaschnig hat die Kurzgeschichte raffiniert inszeniert.

VON BIRGIT KÖHLMEIER

Das Premierenpublikum am Donnerstagabend war begeistert. Kunst will bewacht sein, vor allem wenn sie so skandalträchtig ist wie „NippleJesus“ - eine Darstellung der Kreuzigungsszene, die bei genauer Betrachtung aus einer Collage von winzigen Busen-Fotos besteht. David, ehemaliger Rausschmeißer in einem Nachtklub und jetzt Aufpasser in einer Galerie, bewacht das provokante Kunstwerk. Spannend und witzig erzählt er über sein Privatleben, seinen neuen Job und dass er anfangs die Collage „ekelhaft“ fand.

Als David „die sympathische Künstlerin“ kennen lernt, verteidigt er das Werk gegen „Spießer und Spinner“, kann jedoch die Zerstörung nicht verhindern und muss feststellen, dass dies gewollt und er nur Teil der Inszenierung war. „NippleJesus“ ist dem Erzählband „Speaking with the Angel“ (herausgegeben von Nick Hornby) entnommen. Die Geschichte ist Hornbys eigener Beitrag zu diesem Benefiz-Sammelband, dessen Einnahmen einer privaten Schule für autistische Kinder zu Gute kommen.

Regisseur Hubert Dragaschnig hat den rund eine Stunde dauernden Monolog des „Kunstbewachers“ David - hervorragend dargestellt von Günter Baumann - originell inszeniert. Das Publikum wandert wie in einer Kunstausstellung von Schauplatz zu Schauplatz. David unterbricht seine Erzählungen immer wieder, um künstlerische Videoinstallationen (Renate Djukic) zu präsentieren. Alles in allem ein vergnüglicher, aber hintergründiger Theaterabend über Kunst und Kommunikation, über „Auf- und Absicht“.