Handke hat mit Untertagblues ein Stück über
eine verblüffende Reise geschrieben - eine Art Welttheaterspiel
in der Metro, abseits vom lärmenden Alltag über der Erde:
Da schimpft ein "Wilder Mann" über die Hässlichkeit
der Menschen und sehnt sich doch nach nichts mehr als nach Nähe.
Da wundert er sich über die Dummheit und Phantasielosigkeit
der Menschen und ist zugleich der Hilfloseste und Verzweifeltste
unter ihnen.
Der Weltekel des "Wilden Mannes" ist
allumfassend, nichts als Scheinleben, Verlogenheit und Hässlichkeit
um sich herum nimmt er wahr, und immer mehr redet er sich in Rage,
wirkt angsteinflößend und komisch zugleich. Er erfindet
den einzelnen Passagieren Geschichten, die unversehens zu Beschimpfungen
werden.
Dann betritt plötzlich eine "Wilde Frau" den Waggon
- und alles wendet sich ins Unvorhersehbare.