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"Franzi muss sterben"

Arna Aleys Stück "Im siebten Himmel ist Ruh" spielt in der ödesten litauischen Provinz. Matilda und Céline, Mutter und Tochter, leben in einfachen Verhältnissen und quälen sich gegenseitig mit ihren unerfüllten Lebensträumen. Claudia hingegen, der Gast aus Deutschland, ist scheinbar schön, lustig und reich. Männer sind abwesend in diesem Stück - da liegt das Problem. Franz hat den Nymphensittich Franzi hinterlassen, Roberto ein Foto; die Frauen vergöttern diese Stellvertreter.

Die Männerlosigkeit, die unerfüllte Sehnsucht treibt die Frauen um. Alle drei: das verbindet die Litauerinnen mit der Deutschen, die einem Wunschtraum nachgerannt ist. Doch irgendwann tötet Matilda den dämlichen Vogel, nach 18 Jahren gibt sie das Warten auf den Mann auf. Auch Claudia und Céline nehmen Abschied vom alten Leben, jede auf ihre Weise. Am Ende des düster-traurigen Stücks, in dem schonungslose Worte fallen, glimmt so ein Fünkchen Hoffnung auf. Das Theater Kosmos spielt die Uraufführung von «Im siebten Himmel ist Ruh» auf der Hinterbühne des Bregenzer Festspielhauses. Regisseur Augustin Jagg setzt im einfachen Dekor (Sabina Kellner) ganz auf den Text und lässt ihn nur sparsam ausspielen. Das Sprechstück trägt vor allem durch die Bühnenpräsenz der treffend ausgewählten Darstellerinnen: Mona Perfler gibt eine verschüchterte Céline, Nina Blum eine etwas aufgedrehte Claudia und Cornelia Lippert eine ebenso bissige wie scharfsichtige Matilda. Sie ist es auch, die das Stück mit Sprüchen würzt, über die man lachen kann - weil diese Realität doch eigentlich absolut surreal ist.