In einer wüstenähnlichen Gegend, in einer anonymen Fabrik
ist der Tummelplatz der drei Figuren - drei Inspektoren, einen Rangordnung
ist zu vergeben, inspizieren die Produktion namenloser Einheiten - oder
viel mehr inspizieren sie sich gegenseitig.
In Richard Dressers "Unter der Gürtellinie" agieren die
Figuren wie Marionetten in einer absurd scheinenden Welt - und je größer
die Absurdität wird, um so tragischer in ihrem Inhalt, um so komödiantischer
präsentiert sich die Situation. Momente, die eigentlich zum Heulen
wären ob ihrer Sinnlosigkeit, mutieren zu Augenblicken größten
Gelächters.
Augustin Jagg (Regie) zeichnet drei Individuen in einer starr vorgegebenen,
austauschbar wirkenden Umgebung. Das Bühnenbild von Stefan Pfeistlinger
bildet einen ausgezeichneten Rahmen für das Niemandsland, in dem
sie sich bewegen. Hanrahan (Hubert Dragaschnig), Dobbitt (Gernot Plass)
und deren Chef Merkin (Urs Obrecht) tragen dennoch gemeinsame Züge.
Der Wunsch, die Sehnsucht nach Freundschaft, wird allein dreien als "menschliches
Merkmal" zugestanden.
Jaggs Inszenierung räumt diesem Ansatz Platz ein, bringt die emotionale
Komponente der Beteiligten ins Spiel und gibt ihnen damit - abseits von
Mobbing, Buckeln und Kriechen - einen Rest von Würde zurück.
Jeder der drei erfährt im Laufe des Stücks eine Wandlung - die
versuchte Gleichschaltung (bildlich in den Kostümen von Heike Huber)
gelingt nicht ganz.
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Hubert Dragaschnig verleiht dem anfänglichen Widerling Hanrahan
Profil und ist in Folge überzeugend als verletzlich wirkender, mit
Träumen erfüllter Mensch. Gernot Plass als Dobbitt bringt sich
zuerst als nahezu naiver Neuling, Marke "Streber", ein. Langsam
beginnt er, sich an den Machtkämpfen zu beteiligen, allerdings ohne
sich dabei ganz selbst zu verlieren und auch Urs Obrecht als Boss gibt
seiner Figur irgendwann Konturen, die sich außerhalb der in der
Fabrik vorherrschenden befinden.
Schein dominiert über sein
Eine Erfüllung der Wünsche ist nicht möglich, Machtkämpfe
und Konkurrenzsituation verhindern dies. Die einzigen Sehnsüchte
werden - zumindest in der Gruppe - nicht eingestanden, beispielhaft dafür
Ersatz -"Inspektoren-Gala", nachdem die drei von den Arbeitern
zu deren Fest nicht eingeladen wurden. Schein dominiert über Sein.
Jeder will weg - und trotzdem kann keiner wirklich (Sartres "Geschlossenen
Gesellschaft" läßt grüßen).
Trotzdem wird in dieser Inszenierung der Mensch als Subjekt nicht vergessen,
auch wenn dieser letztlich versagt. Die Absurdität wird zugunsten
des menschlichen Individuums teilweise aufgehoben. Die Strukturen des
Kapitalismus werden nicht überwunden, aber es wird zumindest daran
gekratzt.
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