" D i e V e r g e w a l t i g u n g "
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von Sadallah Wannus Österreichische Erstaufführung Premiere: 7. Oktober 1999 mit: Angela Aretz
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Mit "Die Vergewaltigung" hinterließ der 1997 verstorbene Sadallah Wannus ein Theaterstück, das an die großen griechischen Tragödien erinnert. Das Thema ist der israelisch-palästinensische Konflikt, der über mehrere Generationen den Nahen Osten beherrscht. Dieses Aufeinanderprallen zweier Kulturen bzw. Zivilisationen beschreibt Wannus mit analytischer Genauigkeit, massiver Härte und größter Poesie. Israel am Anfang der 80er Jahre: Yitzhak Pinchas arbeitet für den israelischen Sicherheitsdienst. Die Brutalität, die er selbst ausübt und die nicht ohne seelische Folgen bleibt, nimmt er mit in sein Familienleben. Als er eines Tages bei einem Verhör zusammenbricht, ist das für alle Seiten ein unüberhörbares Signal, daß er nicht mehr systemkonform funktioniert. Und Rahel, seine Frau, muss erkennen, in welche Greuel ihr Mann verstrickt ist. Sie verlässt ihn. Für die arabische Seite steht die Familie Ismaels, eines Aktivisten
im palästinensischen Widerstand. Auch diese Familie bricht auseinander:
Der Vater wurde ermordet, die Frau seines Bruders floh nach Jordanien,
er selbst wird inhaftiert. Fremdartig und erschütternd klingen die
Gedanken, die der palästinensischen Haltung zugrunde liegen: "Dieses
Land nährte uns als Lebende, und wir nähren es selbst als Tote.
Nimm jeden beliebigen alten Ölbaum und zieh ihm die Rinde ab, und
da wirst du sehen, wie in seinem Pflanzensaft der Saft meiner Großväter
und der Schweiß meiner Väter herausströmt." |