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Ausgezeichnete Schauspieler

VON BRIGITTE KOMPATSCHER

Vom Publikum stürmisch gefeiert wurde die Premiere von "Fitzfinger, ab geht er!", der ersten von vier diesjährigen Produktionen des Theater KOSMOS.


Ein Bewerber, der sich nicht abschütteln läßt, ein Personalchef, der an seine Grenzen gelangt - die Beziehung der beiden zueinander steht im Mittelpunkt von "Fitzfinger, ab geht er!", der neuen Produktion des Theater KOSMOS. Hubert Dragaschnig als Personalchef Schott und Uwe Achilles als Bewerber Fitzfinger bieten im Stück des deutschen Autors Johann Jakob Wurster ein aufeinander eingehendes, schauspielerisch beeindruckendes Zusammenspiel, welches überzeugt.
Im Flur vor dem Personalbüro prallen die beiden unterschiedlichen Charaktere aufeinander, es bildet sich eine eigene Form der Kommunikation - beide durchlaufen verschiedene Entwicklungsstufen. Von euphorisch bis jammervoll sind einige Stadien vorhanden. Der Arbeitsplatz als Maßstab für den persönlichen Stellenwert, Hierarchien innerhalb von Betrieben und Erfolg als Zugang zur Gesellschaft sind Momente, um die die sprachlichen Inhalte kreisen. Die persönliche Beziehung zwischen den beiden Protagonisten ist eine weitere Ebene, die nach vielen Gesichtspunkten ausgeleuchtet wird.
Dragaschnig ist der entnervte Chef - kraftvoll verkörpert er diese Rolle und läßt alle Facetten der Entwicklung der Figur deutlich werden, gibt ihr Inhalt.

Uwe Achilles' Spiel, in der Mimik und Gestik angesiedelt irgendwo zwischen Rowan Atkinson und Jim Carrey, wurden vom Publikum begeistert angenommen. Einige Male kam es zu Szenenapplaus. Allerdings konnten dadurch diverse Defizite in der Textvorlage nicht ganz überbrückt werden, die mit Fortdauer des Stücks noch offensichtlicher wurden.

Zwiespältiger Eindruck

Teils platt-komische Sätze und eine Inszenierung (Augustin Jagg), die die gesellschaftliche Groteske zu einer Komödie werden ließ, hinterließen einen zwiespältigen Eindruck. Zwar war der Unterhaltungswert groß - und viele komische Momente waren zu sehen - und sehr gut auch der Szenenwechsel mit musikalischen Einlagen und roter Leuchtschrift mit Titeln - Kritisches trat allerdings zugunsten der Komik in den Hintergrund. Eine zu überspitzte Überzeichnung betonte weniger den Charakter des Grotesken als vielmehr das - durchaus vorhandene - Humoristische.
Fazit: Ausgezeichnete schauspielerische Leistungen, die auch vom Premierenpublikum entsprechend beklatscht wurden, in einem Stück, das doch einige Fragen offen läßt.