Ein Bewerber, der sich nicht abschütteln läßt, ein Personalchef,
der an seine Grenzen gelangt - die Beziehung der beiden zueinander steht
im Mittelpunkt von "Fitzfinger, ab geht er!", der neuen Produktion
des Theater KOSMOS. Hubert Dragaschnig als Personalchef Schott und Uwe
Achilles als Bewerber Fitzfinger bieten im Stück des deutschen Autors
Johann Jakob Wurster ein aufeinander eingehendes, schauspielerisch beeindruckendes
Zusammenspiel, welches überzeugt.
Im Flur vor dem Personalbüro prallen die beiden unterschiedlichen
Charaktere aufeinander, es bildet sich eine eigene Form der Kommunikation
- beide durchlaufen verschiedene Entwicklungsstufen. Von euphorisch bis
jammervoll sind einige Stadien vorhanden. Der Arbeitsplatz als Maßstab
für den persönlichen Stellenwert, Hierarchien innerhalb von
Betrieben und Erfolg als Zugang zur Gesellschaft sind Momente, um die
die sprachlichen Inhalte kreisen. Die persönliche Beziehung zwischen
den beiden Protagonisten ist eine weitere Ebene, die nach vielen Gesichtspunkten
ausgeleuchtet wird.
Dragaschnig ist der entnervte Chef - kraftvoll verkörpert er diese
Rolle und läßt alle Facetten der Entwicklung der Figur deutlich
werden, gibt ihr Inhalt.
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Uwe Achilles' Spiel, in der Mimik und Gestik angesiedelt irgendwo zwischen
Rowan Atkinson und Jim Carrey, wurden vom Publikum begeistert angenommen.
Einige Male kam es zu Szenenapplaus. Allerdings konnten dadurch diverse
Defizite in der Textvorlage nicht ganz überbrückt werden, die
mit Fortdauer des Stücks noch offensichtlicher wurden.
Zwiespältiger Eindruck
Teils platt-komische Sätze und eine Inszenierung (Augustin Jagg),
die die gesellschaftliche Groteske zu einer Komödie werden ließ,
hinterließen einen zwiespältigen Eindruck. Zwar war der Unterhaltungswert
groß - und viele komische Momente waren zu sehen - und sehr gut
auch der Szenenwechsel mit musikalischen Einlagen und roter Leuchtschrift
mit Titeln - Kritisches trat allerdings zugunsten der Komik in den Hintergrund.
Eine zu überspitzte Überzeichnung betonte weniger den Charakter
des Grotesken als vielmehr das - durchaus vorhandene - Humoristische.
Fazit: Ausgezeichnete schauspielerische Leistungen, die auch vom Premierenpublikum
entsprechend beklatscht wurden, in einem Stück, das doch einige Fragen
offen läßt.
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