Jagg und Dragaschnig wählten als Premierenstück "Der
Disney Killer" vom Engländer Philip Ridley, ein beklemmendes
Stück über Ängste, Verdrängungen, Wahnsinn und psychischen
Irrsinn. Keine leichte Kost und nicht jedermanns Geschmack.
Die verwaisten Zwillinge Haley und Presley, 28 Jahre alt, leben völlig
in ihrer improvisierten Phantasiewelt in einem verfallenen Kellerloch.
Beide sind nie erwachsen geworden und verbringen ihre Zeit mit Schokolade
essen und dem Erzählen von Alpträumen. In diese Agonie treten
der glitzernde Cosmo und seine Begleiter Mistgabel, beide Schausteller
und Freaks. Bis zur Eskalation der Begegnung entdeckt Presley in Cosmo
und Mistgabel immer mehr die Personifizierung seines Alptraums.
Meisterleistung des Teams
Nicht das relativ poesielose Stück reißt mit, es sind vielmehr
die exzellenten Leistungen der Schauspieler, der Regie und des gesamten
Teams. Bühnenbild (Sabina Kellner) und Musik (Paul Winter) stimmen
das Publikum ein, stilisieren bereits vor Beginn den Untergang auf dem
brüchigen Boden der menschlichen Existenz. Eine schauspielerische
Höchstleistung bietet Hubert Dragaschnig als Presley.
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In seinem 16mitütigen Alptraum-Monolog über den kindermordenden
Disney-Killer kehrt er sich selber von innen nach außen.
Dorrit Kogler als Haley, Anthony Connor(Cosmo Disney) und Roland Ellensohn
(Mistgabel Cavalier) können das hohe Niveau, das Dragaschnig vorlegt,
halten und zu einem schauspielerischen Gesamterlebnis aufrunden. Zwei
Stunden lang hielt das großartige Ensemble die Spannung im publikum
aufrecht und sorgte für Betroffenheit.
Bis auf wenige Details gebührt demgemäß dem Regieneuling
und Landestheaterschauspieler Günter Baumann ein großes Lob.
Harte Arbeit wurde hier mit einer tollen Leistung belohnt.
Viel Applaus
Am Schluß bedankte sich das Publikum, durchsetzt mit viel Prominenz
aus Kunst, Politik und Medien, mit langandauerndem Applaus für die
engagierte Darbietung des neuen Theater KOSMOS unter der Produktionsleitung
von Augustin Jagg.
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